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Ich seh‘ was, was Du nicht siehst – ohne Brille!

13. September 2016

100 Prozent Sehschärfe hat mir Dr. Adrian Arbunescu-Pecher vom Augenlaserzentrum Oculovision (gibt’s in Bregenz und München) am Samstag bei der Kontrolle bescheinigt. Ich muss sagen: Ich bin etwas „enttäuscht“, schließlich war ich zwei Wochen nach meiner Augen-Laser-OP bei 120 Prozent…

Spaß!!! Im Grunde kann ich es immer noch nicht so recht glauben, dass ich keine Brille mehr tragen muss. Dabei dauerte die „Abgewöhnungsphase“ nicht lang. Der Mensch ist zwar ein Gewohnheitstier, aber daran, morgens keine Brille mehr aufsetzen oder sie nach dem Kochen nicht erst von Fett und Co. befreien zu müssen, gewöhnt er sich doch extrem schnell. Interessant wird es, wenn man „plötzlich“ Dinge sieht, die man sonst nie gesehen hat – ich hatte die Brille beispielsweise beim Yoga nie auf der Nase und nachdem sich meine Augen definitiv gegen Kontaktlinsen gewehrt haben, hab ich mich auf der Matte eher wie ein Maulwurf gefühlt.
Nach langem Gedanken-Hin und Her – von „Nein, ich brauch das nicht“ bis „Was, wenn etwas schief geht?“ – hab ich mich also vor gut einem dreiviertel Jahr doch für eine Augen-Laser-OP entschieden. Und um die Antwort auf die mir seither am meisten gestellte Frage gleich vorwegzunehmen: Ja, ich würde es immer wieder machen!
Bei der Voruntersuchung hat sich gezeigt, dass ich eine dicke Hornhaut habe. Das ist gut, weil ausreichend davon vorhanden ist, was weglasert werden kann – um es unfachmännisch zu sagen. Auf einem Auge hatte ich zusätzlich zu den 3,75 Dioprin Kurzsichtigkeit (Myopie) eine Hornhautverkrümmung, was allerdings kein Problem darstellte. „In erster Linie muss die Hornhaut gesund und dick genug sein“, hat mir Dr. Arbunescu-Pecher erklärt. „Leidet der Patient unter einer Krankheit am oder im Auge oder liegen Krankheiten vor, die das Auge beeinflussen können, raten wir von einer Augenlaserbehandlung ab.“ Übrigens: Auch Jugendliche unter 18 Jahren werden nicht (gern) operiert.

Auf den Termin meiner LASIK-Behandlung musste ich etwas mehr als einen Monat warten und je näher das Datum rückte, umso öfter hab ich mir gedacht: „Nee, nee, lass mal…“. Da ich aber nicht blöd bin, sind mein Mann und ich am frühen Morgen des 15. Jänners nach Bregenz gefahren – nach so einer Augen-Laser-OP sollte man sich nämlich nicht unbedingt hinters Steuer setzen. Ich war die Zweite und unglaublich froh darüber, denn die Patientin vor mir hat sich wie ein kleines Kind auf den Eingriff gefreut. Das hat mir zwar nicht sofort meine Angst genommen, aber als sie nach wenigen Minuten wieder aus dem OP kam und meinte, es sei überhaupt nicht schlimm, war ich zumindest beruhigt.
Jetzt kam ich an die Reihe: Ein letztes Mal Brille herunter, OP-Häubchen aufsetzen und rauf auf den Tisch. „Sie müssen jetzt nur stillhalten, auf den grünen Punkt schauen und atmen“, sagte Dr. Arbunescu-Pecher. Und noch während ich mich gefragt habe „grünes Licht?“ und vor allem „atmen?“, ging’s los: Das Auge wird mit einer Art Zange aufgehalten, man bekommt Tropfen in die Augen, kurz darauf sieht man tatsächlich einen grünen Punkt und es fängt an zu stinken – verbrannt – pfui! Nach wenigen Sekunden – in denen ich doch tatsächlich öfters vergessen habe zu atmen, was mir selbst gar nicht aufgefallen wäre, wenn nicht Dr. Arbunescu-Pecher immer wieder mal gesagt hätte: „Und das Atmen nicht vergessen!“ – ist alles vorbei und das nächste Auge kommt dran.

Augentropfen nach der Augen-Laser-OP

Und dann steht man auf und sieht … erst noch verschwommen, weil man eine Linse bekommt, damit die oberste Hornhautschicht, die ja gerade wie eine Buchseite nach oben geklappt wurde, geschützt ist. Generell aber sieht man schon deutlich mehr, als man zuvor ohne Brille je gesehen hätte. Und je länger der Tag, umso besser wird es und abends ist es fast schon normal. Man ist zwar recht lichtempfindlich und als „Kontaktlinsenverweigerer“ hat mich die Linse doch sehr gestört. Die kam allerdings am nächsten Tag raus und bis dahin hab ich halt Hörbücher gehört und geschlafen. Schmerzen hatte ich keine, es hat nur ein bisschen gezogen.
In den darauffolgenden Wochen musste ich die Augen brav und oft tropfen – für mich kein Problem, schimpft mich der Erbsenprinz ja immer schon „Augentropfen-Junky“. Abgesehen davon waren meine Augen nach dem Eingriff noch trockener als sonst, weshalb ich die Tropfen regelrecht in die Augen „geschüttet“ habe. Jetzt ist alles wieder normal – sprich: Ich tropfe nach wie vor gerne. Wesentlich „unangenehmer“ ist, dass man sich die Augen nicht reiben darf. Für die erste Nacht bekommt man übrigens Augenklappen, damit man sich im Schlaf nicht versehentlich in die Augen fährt. Sexy schaut das nicht unbedingt aus, aber wir hatten nicht wirklich „was“ vor in dieser Nacht  😉

Tja, das war also vor acht Monaten. Einmal muss ich noch zu Dr. Arbunescu-Pecher, denn im ersten Jahr kann es mitunter zu einer Regression, also einer Rückbildung der Fehlsichtigkeit kommen. Nachdem ich allerdings am vergangenen Samstag bei 100 Prozent Sehschärfe war, gehen wir mal nicht davon aus, dass ich wieder zum Brillenträger mutiere – zumindest nicht bis ich eine Lesebrille brauche, weil meine Arme zu kurz geworden sind. Aber da hab ich ja noch ein bisschen Zeit.

6 Kommentare

  • Antworten Karl 14. September 2016 at 13:26

    Das erklärt den wachsenden Durchblick in der letzten Zeit… 😉

    • Antworten iane 14. September 2016 at 13:38

      … von der Seite hab ich das noch gar nicht betrachtet 😉

  • Antworten HaraldG 19. September 2016 at 12:11

    Interessanter Artikel. Und ich glaube, wieder ein Schritt näher zu meiner Augen – OP. Bisher hatte ich immer noch Angst, mich Lasern zu lassen. Aber es wird wohl nicht mehr lange dauern

    • Antworten iane 19. September 2016 at 13:34

      freut mich und viel Glück, falls es dann wirklich mal soweit wird!

  • Antworten GinaG 10. Dezember 2016 at 14:07

    Ich gebe zu, ich hatte auch Angst. Schliesslich hat man nur zwei Augen. Aber mittlerweile bin ich froh, das ich mich damals entschlossen habe, mich einer Lasek OP zu unterziehen. Nicht nur aus Gründen der Eitelkeit. Seitdem ist gerade das Arbeiten am PC wesentlich einfacher

    • Antworten iane 10. Dezember 2016 at 15:00

      🙂 Gute Entscheidung!

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