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Ein Brief von Mama – aber keine Post aus dem Jenseits

3. November 2017
Brief von Mama

Unglaublich wie die Zeit vergeht! Neun Jahre ist es schon her, dass ich meine Mama auf ihrem letzten Weg begleitet habe. Neun Jahre sind vergangen, seit mir plötzlich klar war, dass meine Mama nicht unsterblich ist – ja, irgendwie war ich bis dahin tatsächlich der Meinung, dass sie immer „da“ sein wird. Neun Jahre werden es im Jänner sein, dass ich dieser unglaublich starken und wunderbaren Frau gesagt habe, dass ich auch ohne sie zurecht kommen werde. Neun Jahre, in denen ich meine Mama nicht mehr umarmt habe. Und es ist auch neun Jahre her, seitdem ich einen Brief von Mama bekommen habe. Und doch ist mir diese Woche beim Aufräumen ein solcher in die Hände gefallen – Datum auf dem Poststempel: 9. Juni 2017.

Wie ist das möglich? Nein, ich hab nicht beschlossen, passend zu Allerheiligen Kontakt mit dem Jenseits aufzunehmen und mit den Toten zu sprechen. Letzteres tue ich nämlich schon lang. Ich unterhalte mich regelmäßig mit Mama, bitte sie um ihren Rat, wenn ich mal nicht weiterkomme, frag sie, was sie tun würde. Manchmal ist da sofort ein Zeichen: Ich spüre etwas in mir, in meiner Umgebung, in der Wohnung. Manchmal dauert es ein bisschen, bis ich eine Antwort auf meine Frage bekomme – so als würde Mama sie mir in den Kopf setzen.
Das ist kein Hokuspokus oder so, sondern in meinen Augen eine tiefe Verbundenheit, die über Lebzeiten hinausgeht. Und es ist Intuition und Vertrauen – und zwar in mich selbst. Denn alles was ich bin, bin ich, weil ich die Tochter meiner Mama bin. Warum ich sie trotzdem und nach wie vor um Rat bitte und mit ihr spreche? Erstens weil es selbst nach neun Jahren einfach gut tut, mit ihr zu sprechen. Ja, es ist mittlerweile ok für mich, dass sie viel zu früh von dieser Erde gehen musste. Aber ich möchte nicht darauf verzichten müssen, mit ihr zu plaudern.

Mama mit mir

Zweitens ist es aber auch so, dass ich mich durch diese Gespräche in eine Art Meta-Ebene begebe. Ich sehe mich also von außen. Das ermöglicht mir wiederum, Abstand zu mir selbst bzw. einer Situation zu bekommen, in der ich gerade (fest-)stecke. Auf diese Art erlange ich einen anderen Blick auf bestimmte Dinge und nicht zuletzt auf mich. Und dadurch kann ich dann beispielsweise eine Entscheidung besser treffen.
Das kann übrigens jeder und es braucht dafür auch niemanden, der – warum immer – nicht mehr an unserer Seite ist. Probier es einfach mal aus: Mach es Dir gemütlich, schließ die Augen, atme tief ein und aus. Dann spüre, dass Du aus Dir herausgehen kannst und Dich selbst von außen, oben – oder von wo es für Dich passt –, beobachten kannst. Und Du wirst sehen und spüren, wie viele neue, andere Eindrücke und Einsichten Du gewinnst und wie viel Du daraus mitnehmen kannst.

Und was hat es nun mit dem Brief von Mama auf sich? Bei meiner NLP-Trinergy-Ausbildung im Februar hatten wir die Aufgabe, uns einen Brief zu schreiben – jedoch nicht als wir selbst, sondern als eine uns nahestehende Person (ob verstorben oder nicht, weiß ich nicht mehr…). Die Briefe wurden eingesammelt und uns Monate später zugeschickt. Tja und so hab ich im Juni eben einen Brief von Mama im Postkasten gefunden…

Liebe Christiane!
Ich bin so stolz auf Dich, wie Du Dein Leben lebst, wie Du bist und was Du anderen Menschen gibst! Ich bin stolz auf das, was Du für Dich und andere erreicht hast. Vor allem aber, dass Du Dein Leben doch in den Griff bekommen hast! Und ich wünsche Dir, dass Du noch so viel geben kannst – für Dich, für andere.
Ich bin stolz, Deine Mama zu SEIN und immer mit Dir zu gehen! Ich bleib’ bei Dir und bin an Deiner Seite. Lass uns gemeinsam Deinen Weg gehen!
Du bist ICH und Ich bin DU!
Hab Dich lieb!
Deine Mama

Mama und ich

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4 Kommentare

  • Antworten Alt trifft Neu 3. November 2017 at 15:00

    Oh was für eine schöne Idee. Wir sollten uns viel öfter schöne Nachrichten zukommen lassen. In der Verbindung mit einem geliebten Menschen sicherlich noch einmal ganz anders. Toll 🙂

    Liebe Grüße, Stefanie*

    • Antworten iane 3. November 2017 at 15:03

      Oh ja, liebe Stefanie!
      Wir sollten alle unser bester und liebevollster (Brief-)Freund sein 🙂
      Alles Liebe für Dich!

  • Antworten Anja 3. November 2017 at 22:03

    <3 wundervoll. Die Idee mag ich.

    • Antworten iane 4. November 2017 at 6:58

      🙂

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