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Cortison: DER Schwindel meines Lebens – Teil V

4. November 2016
Cortison: DER Schwindel meines Lebens

Ich hab letzthin jemanden kennengelernt, der vor der Entscheidung stand, sich wegen Entzündungen im Dünndarm einer dreimonatigen Cortisontherapie zu unterziehen. Meine erste Reaktion war: Lauf’ um Dein Leben!  Natürlich hab ich nicht die medizinische Kompetenz und es steht mir somit nicht zu, irgendjemanden von einer Cortisonbehandlung abzuraten. Und ich weiß auch, dass Cortison gerade bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen sehr häufig eingesetzt wird. Trotzdem stehen mir sämtliche Haare zu Berge, wenn ich nur daran denke, was das Cortison mit mir und meinem Leben „angerichtet“ hat.
Als ich im Sommer des letzten Jahres an einem heißen Sonntagmorgen aufgewacht bin und sich die Welt nur mehr gedreht hat, wusste ich nicht wie mir geschieht. Natürlich sind wir gleich zum Arzt, der mich wiederum gleich ins Krankenhaus geschickt hat, wo mir die Ärzte gesagt haben, dass es sich um einen teilweisen Ausfall des Gleichgewichtsorgans handelt und dieser stationär mit einer hochdosierten Cortison-Infusionstherapie behandelt werde. Für mich als „TCM-Verfechterin“ war mein erster Gedanke: „Nein! Nein! Das will ich nicht! Ich will einfach nur nach Hause!“ Und dabei wusste ich zu dem Zeitpunkt noch gar nicht, was mir bevorstand…

Ich hab es also trotzdem gemacht. Und klar, war es „toll“, dass der Schwindel nach der ersten Infusion so gut wie weg war. Wenn ich heute darüber nachdenke – über vier Monate nachdem der Schwindel diesen Sommer wieder in mein Leben zurückgekehrt ist und ich nach wie vor Tage habe, an denen er sich heftiger bemerkbar macht, als mir lieb ist –, dann verspüre ich manchmal den Wunsch nach dieser einen Infusion, die mir den Schwindel ganz schnell „nimmt“.
Das Problem ist: Es bleibt nicht bei dieser einen hochdosierten Infusion, denn Cortison muss man schrittweise reduzieren, ansonsten können Entzugserscheinungen auftreten – langsam ausschleichen nennen das die Ärzte. In meinem Fall allerdings haben sie das letztes Jahr entweder nicht erklärt oder ich war so durch den Wind, dass ich es nicht mitbekommen habe. Ganz bestimmt aber haben sie nichts davon gesagt, dass ich auch nach der einen Woche im Krankenhaus Cortison in Form von Tabletten nehmen muss.

Doch eines nach dem anderen: Die Woche im Krankenhaus war nämlich eh OK – es war zwar irrsinnig heiß (Stichwort: Jahrhundertsommer 2015), aber ich hab das Zimmer mit zwei unglaublich lieben alten Damen geteilt, die mich in gewisser Weise von meinem eigenen „Schicksal“ abgelenkt haben. Am Vormittag hab ich die Infusion bekommen, die dann mal zwei bis drei Stunden durch meinen Körper gerauscht ist. Am Nachmittag bin ich im Krankenhaus herumspaziert, damit ich keine Thrombose entwickle. An die Sonne durfte ich nicht, weil das anscheinend Flecken auf der Haut verursacht. Ich hatte viel Besuch von lieben Freunden und das Ganze irgendwie als eine Art „Auszeit“ betrachtet.
Cortison: Nie mehr wieder!
Tja und dann kam ich nach Hause. Ganz euphorisch wollte ich gleich alles Mögliche erledigen, hab dann aber schnell gemerkt, dass mein Körper da nicht mitspielt. In der Nacht allerdings war ich hellwach. Im Krankenhaus hab ich jeden Abend eine Schlaftablette genommen (die lieben alten Damen haben doch ein bisserl gar geschnarcht 😉 ). Zuhause wollte ich das nicht, also war ich untertags gerädert. Das hat sich zwar im Laufe der Tage gebessert, da ich ja immer weniger Cortison genommen habe – trotzdem… Ich hab geschwitzt und zwar so richtig. Schlussendlich bin ich nur noch in der Unterhose in der Wohnung herumgelaufen. Dabei wäre das Schwitzen alleine gar nicht so schlimm gewesen, aber ich hab derart gestunken, dass ich mich nicht mal mehr selbst riechen konnte.
Abgesehen davon saß ich in der abgedunkelten Wohnung, die bei der Hitze auch keine Abkühlung mehr brachte. Draußen schien die Sonne und „blühte“ das Leben. Ich fühlte mich wie in einem dunklen Gefängnis, wollte nur mehr hinaus!

Klar, irgendwann war der ganze Wahnsinn vorbei. Und auch wenn man im Nachhinein dazu tendiert, die Dinge nicht mehr als „so schlimm“ zu betrachten, würde ich es nie mehr wieder machen. Heute weiß ich, dass diese Cortisontherapie DER Schwindel überhaupt war. Es war eine reine Symptombehandlung – wie das in der Schulmedizin halt leider oft der Fall ist. Die eigentliche Ursache aber wurde nicht angegangen. Nicht falsch verstehen: Ich geb dafür nicht den Ärzten die Schuld! Auch ich habe mich letztes Jahr nicht mit dem wahren Grund meines Schwindels auseinandergesetzt.
In gewisser Weise also „musste“ der Schwindel wiederkommen. Dieses Mal aber war mir vom ersten Moment an klar, dass ich definitiv nicht ins Krankenhaus, sondern den „härteren Weg“ gehe. Ein Weg, auf dem ich mich schlussendlich jedoch wirklich vom Schwindel meines Lebens befreien werde 🙂 .

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