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Was der Dodo mit meiner Komfortzone zu tun hat

31. März 2017
Dodo und meine Komfortzone

Wie geht’s Dir so? Fühlst Du Dich wohl mit dem, was Du hast, was Du tust und wie Du Dein Leben lebst? Ja? Vielleicht solltest Du dann was dran ändern?! Dort, wo Du Dich so richtig wohl fühlst, ist nämlich Deine Komfortzone. Klingt fein flauschig, wohlig warm, sicher und herrlich behütet. Und genau deshalb ist diese komfortable Zone ein Trugschluss sondergleichen: eine irrsinnig traurige, unfruchtbare Gegend, in der nichts wächst und rein gar nichts passiert. Zumindest so lange nicht, bis Du einen Fuß vor die Tür setzt, den zweiten Fuß auch noch in die Hand nimmst und losrennst. Dass das „Otto Komfort“ und „Anna Sicherheit“ im Normalfall nicht machen, ist klar: Ist ja so fein daheim und warum ändern, was gut läuft?

Für manche mag das ein Leben lang funktionieren – und es sei jetzt mal dahingestellt, ob es tatsächlich funktioniert, ob sie es sich einreden, sich einfach damit abgefunden haben oder … whatever. Für andere funktioniert das allerdings nicht und wenn sie nicht von selbst einen Rappel bekommen, kann es passieren, dass die Komfortzone durch äußere Umstände ins Wanken kommt. Roman Braun, österreichischer Mentalcoach und (mein) NLP-Trainer, hat letzthin gesagt: „Der Dodo ist eigentlich das Paradebeispiel für den Menschen in den Komfortzone.“ Und er hat so was von Recht!
Der Dodo ist das Wappentier von Mauritius, eine wunderschöne Insel im Indischen Ozean, auf der es nicht nur herrlich flittern lässt. Der Dodo aber ist oder vielmehr war ein Vogel, der nicht fliegen konnte bzw. verlernt hat, zu fliegen. Er nistete auf dem Boden und hat sich von vergorenen Früchten ernährt. Als dann Mitte des 16. Jahrhunderts die Holländer und mit ihnen Ratten, verwilderte Haustiere, Schweine und Affen auf die Insel kamen, war das der Anfang von Dodos Ende. Zum einen haben nämlich die anderen Viecher seine Eier gefressen. Zum anderen war er für die Menschen leichte Beute, weil er zutraulich war und eben nicht fliegen konnte.

I Love Dodo

Tja und der Mensch in der Komfortzone hat in gewisser Weise auch verlernt zu fliegen. Er hat sich ein ultrafeines Nest gebaut, in das er sich mehr und mehr zurückzieht. Er macht sich nur selten Gedanken, sprüht nicht vor neuen Ideen, ist seinen Wünschen gegenüber blind und lässt Gefühle so gut wie nie zu.
Klingt das jetzt immer noch fein-flockig und ganz schön nett? Also in meinen Ohren nicht. Deshalb haben die meinigen wohl auch dicht gemacht – und machen es nach wie vor, wenn ich mal wieder Dodo-mäßig in meine Komfortzone abdrifte: Wie Watte im Hirn fühlt sich das an, schwindlig, grauslig und so gar nicht komfortabel.

Seit einem guten dreiviertel Jahr breche ich daher regelmäßig aus meiner Komfortzone aus: Ich habe die Ausbildung zur TCM-Ernährungstrainerin gemacht, obwohl das bedeutete, dass ich jeden Montag frühmorgens nach Innsbruck fahren musste, um abends total müde nach Hause zu kommen. Ich habe mich auf das wunderbare Erlebnis Access Consciousness eingelassen, lebe seither in der Frage und bin mir meiner selbst gewahr. Ich stecke mitten in der NLP-Ausbildung, obwohl ich noch nicht genau weiß, wohin diese Reise gehen wird. Genauso läuft das tägliche Leben nicht mehr ganz nach Schema F ab: Mitten unter der Woche mal spazieren gehen, zwischendurch Freunde auf einen Kaffee treffen oder den Samstagabend nicht immer kuchenbackend in der Küche verbringen – auch das heißt für mich: Raus aus der Komfortzone!
Und nein, das spürt sich nicht nur super-toll an. Mittlerweile hab ich sogar das Gefühl, dass meine Komfortzone gar nicht mehr existiert und dass mein Leben ein einziges Chaos ist. And I like it! Denn es gibt mir einen Kick. Und deshalb rebelliere ich heiter weiter gegen mein Dodo-Ich.
Und DU?

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