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Fasten in der Dojo-Zeit: Vom Wasser zum Holz

27. Januar 2017
Dojo-Zeit: Vom Wasser zum Holz

Nein, ich muss NICHT abnehmen. Trotzdem werde ich jetzt mal auf für ein paar Tage „fasten“, denn der Alltag hinterlässt bei jedem Spuren. Und um diese wieder loszuwerden, ist jetzt der richtige Moment, denn es ist wieder Dojo-Zeit. Das sind jene im Schnitt 18 Tage, die in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) als Übergang zwischen den Jahreszeiten gelten und somit vier Mal im Jahr auf dem Programm stehen. Von heute bis zum 12. Februar etwa geht der Winter bzw. Wasser-Element in den Frühling (Holz-Element) über. So lange werde ich nicht auf Schonkost setzen, das würde meinen Körper mehr belasten als ihm gut tun. Generell aber kann man eine Dojo-Kur drei, sechs, neun, zwölf oder gar 18 Tage durchführen, wobei Letzteres wirklich nur für „Geübte“ empfehlenswert ist. Einsteiger können mit drei Tagen anfangen und/oder – so wie ich – auf eine gemäßigte Variante setzen und schauen, wie lang der Körper „ja“ dazu sagt. Wichtig ist auch, dass man sich ausreichend Ruhe gönnt, an die frische Luft geht, viel schläft und sich einfach Zeit für sich nehmen. Und vor allem: Hört auf Euren Körper!

Ich seh’ schon lauter Fragezeichen, daher mal möglichst kurz, worum’s eigentlich geht! Die Chinesen halten an sich nichts von Diäten, Fastenkuren oder andere Formen des „Nicht-Essens“. Der Grund ist rasch erklärt: Durch die Ernährung bilden wir das nachgeburtliche Qi, sozusagen unsere Lebensenergie. Essen wir nichts oder nur wenig, muss sich der Körper seiner Reserven bedienen. Das mag für manch einen toll und nach „Fettpölsterchen ade!“ klingen. Das Problem ist halt, dass dabei nicht nur das Fett dahinschmilzt (wenn überhaupt…), sondern dass auch das Jing angegriffen wird. Das ist jene Ur-Essenz, die wir bei der Geburt mitbekommen und sich nach der Lehre des Dao (auf dem die TCM aufbaut) im Laufe des Lebens entfaltet und schlussendlich zu Geist wird. Klingt schön, bedeutet allerdings, dass das Leben dann vollendet ist – mit anderen Worten: Wir sterben.
Durch eine gute Ernährung, Atmung und Meditation können wir das nachgeburtliche Qi vermehren – und dafür sorgen, dass die Essenz nur langsam aufgebraucht wird. Das sollten wir natürlich das ganze Jahr über machen, doch während der Dojo-Zeit können wir unserem Körper in dieser Hinsicht besonders viel Gutes tun.
In der 5-Elemente-Ernährung wird nämlich nicht nur der Spätherbst, sondern auch die Dojo-Zeit dem Erd-Element zugeordnet. Und da die Chinesen die Verdauungsorgane Magen, Milz und Bauchspeicheldrüse – die sog. Mitte – ebenfalls im Element Erde sehen, macht es jetzt Sinn, die Mitte genau zu dieser Zeit durch Schonkost zu stärken…

Dojo: Auf das Neues erblühen darf

…auf dass Neues erblühen kann! Unsere Mitte mag leichte, bekömmliche, warme und wenn man so will „langweilige“ Kost, vorzugsweise aus dem Erd-Element. Also Karotten, Pastinaken und anderes Wurzelgemüse, Kürbis, Kartoffeln, Kraut, Rote Bete, Äpfel, Birnen usw. und zwar gedünstet oder gekocht, als Kompott, Püree oder Gemüsesuppe und auf keinen Fall roh, denn das schwächt die Mitte. Beim Getreide setzt man in der Dojo-Zeit auf eine Sorte. Traditionellerweise kommt Reis in den Topf. Der ist allerdings in letzter Zeit u.a. durch einen AK-Test „in Verruf geraten“. Zum Glück geht’s auch mit anderen Getreidesorten, wie z.B. Gerste, Hirse, Hafer, Buchweizen. In meinem Fall ist etwa Hafer nicht so gut, weil er innere Unruhe anheizen kann und davon brauch ich nicht noch mehr. Auf Gerste setz ich dann, wenn der Frühling in den Sommer übergeht, denn Gerste ist vom Temperaturverhalten her erfrischend – das muss bei dem kalten Winter nicht unbedingt sein. Dinkel wirkt neutral und da ich ihn u.a. als Congee esse (Getreidebrei, der im Verhältnis von 1:10 – 1 Teil Getreide, 10 Teile Wasser – 3 bis 4 Stunden gekocht wird), wärmt er mich von innen.
Viel Tee und Wasser trinken, ist immer angesagt und jetzt ganz besonders, schließlich will das, was sich unnötig in unserem Körper angesammelt hat, abtransportiert werden. Hülsenfrüchte (Bohnen, Linsen usw.) und Pilze helfen dabei, Schleim, Feuchtigkeit und andere Schlacken aus dem Körper zu befördern. Verzichten sollte man auf Zucker, Alkohol und Tabak, manche sagen sogar, dass man auch Salz, Milchprodukte, tierisches Eiweiß, scharfe Gewürze und Kaffee vom Speiseplan streichen soll. Na ja, Milchprodukte esse ich sowieso nicht, aber beim Rest will ich mal nicht päpstlicher als der Papst sein, zumal ich sowieso gemäßigt faste.

Was nun bei mir so auf den Tisch kommt, lest Ihr hier. Wer sich für die „Hardcore“-Dojo-Kur interessiert, lässt es mich in einem Kommentar, einem E-Mail oder sonst irgendwie wissen – ich da gern noch mehr dazu.
Und wer jetzt die Dojo-Zeit ebenfalls nutzen möchte, um zu entschlacken, aber nicht weiß wie, der kann sich natürlich bei mir melden (prinzessin@gesunde-erbsen.com). Dann schauen wir uns gemeinsam an, welche Art des sanften Fastens geeignet ist – am besten beim gemeinsamen Kochen (das geht übrigens auch per Skype 😉 ).

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4 Kommentare

  • Antworten Nadine Uzelino 27. Januar 2017 at 19:24

    Oh da bin ich doch mal sehr gespannt, was für Rezepte du parat hast! 😀 lg Nadine von Nannis Welt

    • Antworten iane 27. Januar 2017 at 19:53

      😉 liebe Grüße und schönes Wochenende

  • Antworten Sternchen 3. Februar 2017 at 14:58

    Wow mega interessant. Das überlege ich mir tatsächlich fürs nächste Fasten. Jetzt faste ich gerade seit einigen Tag mit Saft. Gemüse und Obst. Kräutertee geht auch.
    Viel Spaß noch beim Dojo 🙂
    LG Sternchen

    • Antworten iane 3. Februar 2017 at 15:03

      Hallo Sternchen 🙂
      Ich hab früher auch immer einmal pro Woche einen Saft-Gemüse-Obst-Tag eingelegt. Und stimmt: Ging auch.
      Mittlerweile mach ich das nicht mehr, sondern setz einfach auf die Dojo-Zeit. Am 27. April ist übrigens die nächste… dann geht’s vom Frühling in den Sommer.
      Meld Dich, wenn wir es gemeinsam angehen sollen!
      Alles Liebe

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