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So groß wie 4 Torräume

9. Juni 2016

Im Schnitt kommt der Darm eines erwachsenen Menschen zwar „nur“ auf eine Länge zwischen 5,5 und 7,5 Metern und weist ein Verhältnis von 6:1 zur Körpergröße auf, er kann aber auch bis zu acht Meter lang sein. So oder so: In meinen Augen sind das beachtliche oder vielmehr eigentlich unvorstellbare Zahlen – und davon gibt es noch mehr! Würde man den Darm mit all seinen Zotten, die sich an der Darmschleimhaut fingerförmig erheben und vor allem der Aufnahme von Nährstoffen aus der Nahrung dienen, komplett ausbreiten, brächte er es auf eine Größe von bis zu 400 m2. Das entspricht in etwa einem Basketballfeld oder – aus „aktuellem Anlass“ sozusagen – vier Torräumen beim Fußball. Damit ist der Darm das größte Organ des Menschen.

Beeindruckendes Wunderorgan. Das Institut Allergosan, das unter der Leitung von Mag. Anita Frauwallner seit mehr als 20 Jahren intensiv die Darmgesundheit erforscht, hat noch mehr beeindruckende Zahlen und Fakten.

  • Von den 100 Billionen Bakterien, die jeder von uns in sich trägt, leben die meisten davon in unserer Darmwand. Das heißt: In unserem Darm befinden sich zehn Mal mehr Bakterien als Zellen in unserem Organismus. Und es sind meist gute Bakterien, die dafür sorgen, dass wir gesund sind, ausreichend Abwehrkräfte besitzen und uns rundherum wohlfühlen.
  • Wir unterscheiden bei den Darmbakterien zwischen mehr als 500 verschiedenen Arten.
  • Das Mikrobiom – so nennt man die „bakterielle Wohngemeinschaft“ in unserem Darm – wiegt bis zu zwei Kilo. Wenn Ihr also das nächste Mal ein paar Kilos zu viel auf die Waage bringt, könnt Ihr es ja auf die wichtigen Darmbakterien schieben ;-).
  • Im Laufe unseres Lebens verarbeitet der Darm 30 Tonnen Nahrung und 50.000 Liter Flüssigkeit. Wird er dabei von guten Darmbakterien unterstützt, gelangen wichtige Nährstoffe in unseren Körper – vorausgesetzt natürlich, wir ernähren uns gesund und abwechslungsreich.
  • 80 Prozent unseres Immunsystems befindet sich im Darm – ob wir gesund sind und bleiben, entscheidet sich also zu einem großen Teil im wichtigsten Teil unseres Verdauungstraktes.
  • Es kommt nicht von irgendwoher, dass wir „Entscheidungen aus dem Bauch heraus treffen“ oder dass uns „etwas auf den Magen schlägt“, immerhin beheimatet der Darm rund 100 Millionen Nervenzellen – mehr als das Rückenmark! Wir sollten also besser auf unser „Bauch-Hirn“ hören.
  • Last but not least werden im Darm mehr als 20 Hormone gebildet, unter anderem das Glückshormon Serotonin und das Schlafhormon Melatonin.

Dass ein gesunder Darm eine zentrale Rolle für Wohlbefinden und Gesundheit spielt, ist also klar und mittlerweile auch weithin bekannt. Trotzdem kann es nicht schaden, immer wieder darauf aufmerksam zu machen, was eigentlich alles in unserem Darm steckt und vor allem, wie wir ihn bei seiner täglichen Arbeit unterstützen können. Daher wird es auch auf den Gesunden Erbsen immer wieder Beiträge rund um diesen faszinierenden „Schlauch“ geben.

Und für alle, die diesen Samstag, 11. Juni, in Wien sind, hier noch ein Tipp: Bei der Veranstaltung „Langer Tag des Darms“ im Wiener Museumsquartier (10 bis 17 Uhr) bietet der Verein „darm plus“ ein umfassendes Angebot rund um verschiedenste Fragen der Darmgesundheit – von chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) über stressbedingte funktionelle Darmerkrankungen, Krebsvorsorge bis zu Ernährung und Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Spannende Vorträge, Informationsstände, interaktive Stationen wie Koloskopie zum selbst ausprobieren und ein begehbares Darmmodell machen den Darm im wahrsten Sinne des Wortes begreifbar.

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