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Ich treib’s ab jetzt kunterbunt

2. September 2016

Bei mir ist eigentlich immer alles schwarz oder weiß, gut oder schlecht, richtig oder falsch. Ich bin freudvoll oder leidvoll, himmelhoch jauchzend oder zu Tode betrübt. Engel und Bengel sitzen auf meinen Schultern und spielen mit meinen Gedanken und Gefühlen Ping Pong. Manchmal geht das so schnell, dass ich den Überblick verliere und nicht mehr weiß, wie es steht (und dann wird mir schwindlig…).

Dabei ist mir sehr wohl klar, dass das Leben nicht schwarz oder weiß ist! Aber was bringt all das Wissen, wenn Kopf, Geist und Seele doch wieder alles schwarz oder weiß malen? Sind Grauschattierungen die Lösung? Schon wenn ich mir das vorstelle, geht meine Stimmung in Richtung Tiefpunkt. Nein, ich will kein Grau in Grau. Ich will Farbe in meinem Leben! Bunt soll es sein!
Wenn mein Mann das liest, greift er sich wahrscheinlich an den Kopf. Schließlich haben wir ja eben erst in der Baustelle gewohnt und dabei auch weiß gemalt – einzig im Schlaf- und Wohnzimmer finden sich braune Farbtupfer, die sich über je eine Wand ziehen. Keine Sorge mein Erbsenprinz! Ich liebe unsere weißen Wände, die alles so herrlich ruhig machen – unter anderem mich. Ich will auch keine bunten Bilder aufhängen oder die Wohnung mit farbenprächtigen Polstern, Tischdecken oder anderem Zeug dekorieren.

Ich will die Farben in mir drin. Ich will von innen heraus kunterbunt sein. Ich stell mir das gerade bildlich vor und fühl mich wie Pippi :-)! Und schon spüre ich am – oder vielmehr im eigenen Leib, dass Roman Braun recht hat. Der österreichische Mentalcoach und NLP-Trainer hat mir vor ein paar Jahren im Rahmen eines Interviews nämlich erzählt, dass es nachweisbar dieselbe Wirkung habe, wenn man etwa in einer meditativen Sitzhaltung an Farben denkt, wie wenn man die Farbe tatsächlich sieht. Der Schuss geht also wahrscheinlich nach hinten los, wenn wir anderen a raten, nicht alles so schwarz zu sehen… Im Übrigen ist Schwarz die völlige Abwesenheit von Farbe und symbolisiert somit eigentlich das „Nichts“.

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Ich will aber nicht Nichts, sondern meinen Körper zur kunterbunten Villa für Geist und Seele machen. Und dafür möchte ich wissen, wie Farben wirken und wofür sie stehen. Laut Farbenlehre beruhigt und entspannt uns beispielsweise Blau. Gelb symbolisiert das Sonnenlicht und steht für Wachheit, Kreativität und schnellen Verstand. Manche assoziieren Neid, Verrat und Feigheit damit, was ich persönlich absolut nicht darin sehe. Orange spendet uns Kraft, Stärke und Aktivität. Noch mehr davon gibt einem Rot, die am stärksten aktivierende Farbe. Sie treibt unseren Energiepegel in die Höhe, indem sie alle Vorgänge im Körper anregt und den Stoffwechsel stimuliert – im Schlafzimmer sollten wir also möglichst darauf verzichten. Violett ist die Farbe des Geistes und der Spiritualität. Anscheinend fördert sie das seelische Gleichgewicht und die Entschlusskraft – bei mir hat sie das bis dato allerdings noch nicht so richtig geschafft und das obwohl ich Violett wirklich gern mag. Wobei ich als Erbsenprinzessin natürlich Grün liebe: Die Farbe der Mitte, die beruhigend wirkt, ohne zu ermüden. In der medizinischen Farbtherapie wird sie eingesetzt, um den Rhythmus von Herz und Nieren auszubalancieren und, „es hat sich gezeigt“, so Roman Braun, „dass stationäre Patienten, die in einem Zimmer mit lindgrüner Decke liegen, schneller gesund werden.“

Und die Wohnung bleibt definitiv weiß, immerhin ist es das Gegenteil von schwarz und damit die Summe aller Farben. Laut lichtkreis.at symbolisiert Weiß Licht, Glaube, das Ideale, das Gute, den Anfang, das Neue, Sauberkeit, Unschuld, Bescheidenheit, Wahrheit, Neutralität, Klugheit, Wissenschaft und Genauigkeit. Weiß ist also DIE Farbe schlechthin.

Ich sag ja: Ab sofort Alles (und) bunt statt Nichts. 

4 Kommentare

  • Antworten Aletheia 3. September 2016 at 12:45

    Als ich Anfang zwanzig war trug ich lange Zeit nur schwarze Kleidung.
    Ich war in einer Art Gothic-Phase.
    Inzwischen trage ich komplett bunt.
    Ein Blick auf meine Pullis hat ergeben, das ich fast nur Feuerfarben besitze und in letzter Zeit zu Meeresfarben wie Petrol tendiere.
    Die Wirkung von Farben auf mein körperliches und seelisches Wohlbefinden konnte ich sehr gut in der „Therme Erding“ ausprobieren.
    Hier war ich zusammen mit meinem Freund in der „Sinnesreise“.
    Dort gab es verschiedenfarbige Farblichträume, in denen man die Energien von Licht und Farben auf sich wirken lassen und so seine Stimmung und das körperliche Wohlbefinden beeinflussen konnte.
    Der rote Raum sollte unter Anderem belebend wirken, Energie vermitteln und die Durchblutung anregen.
    Der grüne Raum sollte die Regeneration und Entspannung fördern und die Nerven beruhigen.
    Da ich zu dem Zeitpunkt unseres Thermenbesuches extrem angespannt war und unter Schlaflosigkeit, sowie zuvor immer wieder unter migräneartigen Anfällen litt, entschied ich mich für den blauen Raum, welcher kühlend und beruhigend wirken soll.
    Durch einen transparenten blauen Vorhang gelangten wir in einen einladend gestalteten hellblauen Liegebereich mit kleinen weißen Kissen in dem im Hintergrund leise Musik lief.
    Die Wände waren passend mit einem Palmenstrand, einem weißen Segelboot und Wolken bemalt.
    Ich habe mir überlegt, ob ich die Farbe blau in mein Schlafzimmer integrieren kann, um besser schlafen zu können.
    Ein besonderes Erlebnis mit Farbe war für mich auch die „Alpha Spehre“ in der Therme Erding.
    Am Anfang war mir etwas mulmig zumute und mir wurde leicht schwindelig.
    Schließlich konnte ich dann doch etwas entspannen und ließ die vielen Eindrücke auf mich wirken.
    Liebe Grüße, Aletheia

    • Antworten iane 3. September 2016 at 13:05

      Ich hatte zwar nie eine Gothic-Phase, aber schwarz, grau, weiß war ich auch oft unterwegs. Ich mag die Farben immer noch, kombiniere sie mittlerweile aber immer mit einem bunten Farbtupfer. Abgesehen davon, dass es viel besser ausschaut, schaut man sich schon ganz anders an, wenn man in den Spiegel guckt 😉
      Dein Bericht von der Therme Erding klingt unglaublich interessant – DANKE dafür, liebe Aletheia!
      Wir sind eh gerade auf der Suche nach einem Ort, wo wir im Oktober noch ein paar Tage ausspannen können…
      Alles Liebe und ein kunterbuntes Wochenende 🙂

      • Antworten Aletheia 3. September 2016 at 14:51

        Weiß trage ich eher selten.
        Darin fühle ich mich mit meiner Konfektionsgröße nicht so wohl.
        Die Therme Erding ist wie ein Tag Urlaub.
        Ich empfehle euch viel Zeit mit zu bringen, damit ihr euch auch wirklich entspannen könnt.
        Ich wünsche euch auch ein kunterbuntes Wochenende.
        Ich mache mich gerade auf den Weg ein neues Café zu erkunden, welches mich sehr anspricht.

        • Antworten iane 3. September 2016 at 15:19

          Na, weiß ist ja auch unpraktisch – da sieht man jeden kleinen Fleck. Ich mag die Farbe trotzdem.
          Ich muss mir dann noch deinen ausführlichen Bericht über die Therme Erding durchlesen – hab ihn eben erst entdeckt. Jetzt aber dir mal einen schönen Nachmittag im neuen Café – ich begeb mich auf den Balkon und fang ein paar gelbe Sonnenstrahlen ein. 🙂

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