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Offene Türen: Wie viele kann ich einrennen?

20.04.2018
Offene Türen

Wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine andere – heißt es so schön. Was aber, wenn man die Tür eigenhändig schließt, wenn man also ganz bewusst entscheidet, einen eingeschlagenen Weg nicht mehr weiterzugehen? Liegt es dann auch an einem selbst, andere offene Türen zu finden? Oder darf man gleich mehrere neue Türen öffnen? Ist das überhaupt möglich? Ich meine, kann oder sollte man überhaupt zwei, drei oder noch mehr Wege gleichzeitig gehen? Man kann ja auch nicht auf mehreren Hochzeiten tanzen – anscheinend… 

Zu viele Türen? Bevor ich noch weitere Fragen stelle, kurz zur Erklärung, warum ich überhaupt all diese Fragezeichen setze: Im Moment hab ich das Gefühl, mich inmitten eines Raums mit ganz vielen offenen Türen zu befinden. Das mag für den einen oder anderen toll klingen, immerhin stehen mir sprichwörtlich alle Türen offen. Und ja, es stimmt schon, dass mir das Leben fast schon unzählige Möglichkeiten bietet. Ich bin auch dankbar dafür, dass das so ist. Ich bin stolz auf mich, dass ich es aus eigener Kraft geschafft habe, mir ein Leben aufzubauen, das mir derart viele Optionen und Chancen eröffnet. Ja, ich bin dankbar, dass ich auf meinen Körper, meinen Geist und meine Seele gehört habe und beschlossen habe, an meinem Tun und Sein etwas zu ändern. Denn erst dadurch haben sich nun all diese zusätzlichen Möglichkeiten ergeben.
Die Sache ist allerdings die: Im Moment seh ich nicht nur neue offene Türen. Auch die „alten“ sind noch geöffnet. Sprich: Ich bin mit derart vielen Türen „konfrontiert“, dass mir fast wieder ein bisschen schwindlig wird. Also stellt sich mir eben nicht nur die Frage, durch welche Türe ich zuerst gehen soll, sondern vor allem auch: Welche davon soll ich schließen? Oder kann ich manche einfach nur anlehnen und mir nicht gleich alles verbauen? Macht Letzteres überhaupt Sinn, wenn man tatsächlich neue Wege einschlagen möchte? 

Türe schließen

Türe zu. Mir ist schon klar, dass manche Türen in Räume führen, die in gewisser Weise Komfortzonen sind. Man weiß, was einen erwartet, was zu tun ist. Die Sache mit der „ach so komfortablen Zone“ hatten wir ja schon. Und obwohl es hin und wieder angenehm sein mag, ein Dodo zu sein – wenn ich ehrlich bin, möchte ich fliegen.
Fakt ist: Ich merke, dass ich manche Türen wirklich schließen muss, weil ich mich ansonsten verzettle. Ich kann tatsächlich nicht auf allen Hochzeiten tanzen – unter anderem weil der Tag nur 24 Stunden hat und ich mindestens acht davon schlafend verbringe, eine auf der Yogamatte, gut zwei in der Küche und ein paar weitere lesend, mit dem Erbsenprinz oder mittlerweile echt auch mit Nichts-tun. Abgesehen davon möchte ich gar nicht alle Wege beschreiten. Denn manche davon sind einfach ausgetretene Pfade. Soll heißen: Es gibt Aufgaben, Jobs, Projekte – kurz Dinge in meinem Leben, deren Zeit abgelaufen sind, die mich müde machen, mir nicht nur Zeit, sondern auch kostbare Energie rauben.

Neues hinter alten Türen. Ich bin allerdings kein Mensch, der von heute auf morgen alles stehen und liegen lässt – frei nach dem Motto „hinter mir die Sintflut“. Ich finde: Wenn man etwas angefangen hat, sollte man das zu Ende bringen, insbesondere wenn andere Menschen, liebe Freunde, gute Partner und Kollegen mit von der Partie sind.
Ich schreibe in Metaphern und doch glaube ich, dass Du, der Du bis hierher gelesen hast, mich nur allzu gut verstehen kannst. Dass Du womöglich selbst offene Türen hast, von denen Du nicht weißt, ob Du sie tatsächlich schließen möchtest bzw. ob Du Dich trauen sollst, sie zu schließen. Die Entscheidung liegt natürlich immer bei einem selbst – also bei DIR! Ich bin aber davon überzeugt, dass es nicht nur richtig, sondern auch wichtig ist, einen ersten Schritt zu tun. Sprich: Man sollte zumindest schon mal ankündigen, dass man vorhat, die Tür zu schließen. Das ist nämlich nicht nur fair, sondern kann – wie ich erleben durfte – sogar dazu führen, dass sich dann genau hinter dieser noch offenen Tür ein neuer Raum auftut.

Offene Türen und neue Wege

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