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Resilienz: Wenn eine Prinzessin eine Bahnreise tut…

19. Mai 2017
Resilienz - stärke deine seelische Elastizität

Da soll einer noch sagen: Bahnfahren ist teuer! Als ich letztes Wochenende zum Trinergy-Testival nach Wien gefahren bin, gab’s das Resilienz-Training sogar „gratis“ dazu. Bei der Hinfahrt hatten wir 90 Minuten Verspätung, weil wir statt übers deutsche Eck „unten rum“ durch den Pongau und so getuckert sind. Und die Rückfahrt war sowieso ein Traum von Anfang an: Eine Dame sitzt auf meinem Platz – mit exakt derselben Reservierung. Als ich irgendwo im überfüllten Zug doch noch ein Platzerl gefunden habe, funktioniert das WLAN nur bedingt – und ja, das macht mich unrund. Irgendwann hat’s zum Glück funktioniert und wir hatten auch nur fünf Minuten Verspätung – bis wir in Braz, also kurz vor dem Ziel, 15 Minuten „blöd“ herumgestanden sind. Alles in allem hatte ich selten eine derart geballte Chance, meine sieben Säulen der Resilienz ins Gleichgewicht zu bringen

Resilienz kommt vom lateinischen resilire, was zurückspringen oder abprallen bedeutet. An sich stammt der Begriff aus der Werkstoffphysik, wonach Materialien als resilient gelten, wenn sie nach Momenten extremer Spannung wieder in ihren Ursprungszustand zurückkehren – ein Gummi zum Beispiel. Bei uns Menschen könnte man von der Elastizität des unendlichen Wesens sprechen bzw. psychischer Widerstandsfähigkeit. Wer also die Fähigkeit besitzt, Krisen gut zu bewältigen, indem er auf eigene und sozial vermittelte Ressourcen zurückgreift, und dies sogar als Chance für Weiterentwicklung sieht, ist so etwas wie ein Stehaufmännchen.

Eine Zugfahrt, die ist lustig und bringt Dich heiter weiter! Während ich so nach Wien getingelt bin, hab ich mir die Welt so gemacht, wie sie mir gefällt und dabei ein paar neue Berg-Seiten von Österreich kennengelernt. Resiliente Menschen denken nämlich positiv. Und was wenn es mal schwierig wird, wenn es mal nicht so läuft, wie man es sich erwartet hat? Dann such nach der Schokoseite, jede Medaille hat zwei Seiten! Und das beste: Als Optimist hast Du alles in Dir, was du brauchst.
Hätte es einen Sinn gemacht, die Queen meines eigenen Bahn-Dramas zu sein und von einer Krise in die nächste zu stressen – schließlich hatte ich mit meinem airbnb-Host einen Termin zur Schlüsselübergabe vereinbart? Nein. Sorgen machen Falten. Besser: Drama akzeptieren und ran an die Lösung! Und siehe da: Der Schlüsselmann hatte auch eineinhalb Stunden später Zeit. Die Chinesen haben übrigens ein und dasselbe Schriftzeichen für Krise und Chance. Genial, oder? Die wissen halt, dass in jeder Krise eine Chance steckt. Die Chance, Dich zu verändern, unerwartete Wege zu gehen und neue Lösungen zu finden.
Klar musst Du dafür das Ruder in der Hand halten. Also hol Dich selbst aus der Opferrolle, zum Beispiel indem Du Dich WIDEG fragst: Für Was Ist Das Eine Gelegenheit? Oder: Wie kann es (noch) besser werden? In meinem Fall hatte ich 90 Minuten mehr Zeit zum Strebern – obwohl ich eigentlich gar nicht so viel lernen wollte 😉

Resilienz: Raus aus der Opferrolle

Übernimm Verantwortung! Nicht für das Drama, das Dir von außen – oder in meinem Fall von der ÖBB – auferlegt wird, sondern für deine Gedanken und Gefühle. Die Frage ist allerdings: Sind es tatsächlich deine? Oder hast Du sie von anderen abgekauft und zu deinen gemacht? Wenn ja, schick sie wieder zum Absender zurück! Resiliente Menschen übernehmen außerdem Verantwortung für ihr Tun! Just do it!
Ein tolles Netzwerk, funktionierende Beziehungen und vor allem richtig gute Freunde helfen dabei. Damit sind nicht hunderte (Facebook)Freunde oder sonstige Follower gemeint, sondern Freundschaften voller Empathie und gegenseitiger Wertschätzung, die einen stärken und stützen. Wohin ich letztes Wochenende auch gefahren bin, ich wusste, dass ich am Ende des Tages liebe Menschen treffen würde – mit Feenstaub und Gänsehaut.
Resilienz bedeutet aber nicht nur raus aus der Krise, sondern rein in die Zukunft! Werde aktiv, plane und gestalte Deine Zukunft, kreiere (neue) Ziele und sei Dir dabei immer im Klaren, dass Du wählen kannst! Sei bereit, alles zu empfangen – das Gute und das Schlechte. Dann steht Dir die Welt nicht nur offen, sondern liegt Dir zu Füßen!
Ich freu mich jedenfalls auf die nächste Bahnfahrt! Das Ticket hab ich schon.

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