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Ruhige Dojo-Tage – oder: Geist und Seele entschlacken

10. November 2017
Dojo-Tage mit Gemüse

Seit Montag bin ich also wieder auf Dojo-Time. Somit kommt einmal mehr nur Dinkel und kein anderes Getreide oder „Pseudogetreide“ auf den Tisch, dazu saisonales Gemüse sowie Suppen und viel Tee in die Tassen. Und ich geb zu: Es ist langweilig. Allerdings ist das Dinkel-Congee noch nie so gut geworden und somit ist jeder Löffel ein Genuss. Ja, richtig gelesen: Trotz allem muss es nämlich schmecken. Die Dojo-Tage sind zwar eine Fastenkur, bei der jedoch Reinigung und sanfte Entschlackung im Vordergrund stehen – nicht Abnehmen und Hungern.

Vom Herbst in den Wintern. In der Traditionellen Chinesischen Medizin gelten die Dojo-Tage als Wandlungsphase zwischen den Jahreszeiten. Es geht um Ausgleich, Harmonie und Balance, und darum, Körper, Geist und Seele auf den nächsten Abschnitt vorzubereiten.
Bislang hab ich mich dabei auf die körperliche Ebene konzentriert. Und natürlich spielt die „fade Ernährung“ auch dieses Mal eine große Rolle. Ich hab allerdings gemerkt, dass ich definitiv nichts mehr mit Verzicht zu tun haben möchte. Jede Faser meines Körpers sträubt sich dagegen. Die Glieder schmerzen, die Muskeln haben einen Kater und die Hüfte, die mir ab und zu Probleme bereitet, tut weh. Das heißt: Obwohl ich gar nicht „hard core“ faste und mich ja an sich das ganze Jahr über durchaus gesund ernähre, leidet mein Körper unter dem sogenannten „Entquellungssyndrom“ (siehe dazu unten).
Ich muss aber auch sagen, dass ich stolz und glücklich darüber bin, dass ich so reagiere. Also nicht die Schmerzen. Die bräucht ich nicht. Ich meine, dass sich in mir alles gegen Hungern und Verzicht sträubt. Vor ein paar Jahren noch hätte mir das nichts ausgemacht, ja, ich hätte mich sogar darüber gefreut, mal wieder ein bisschen weniger zu essen. Heute weiß ich, dass ich das nicht mehr kann und nicht mehr möchte. Ich habe mich über 20 Jahre im Mega-Verzicht geübt, war eine Meisterin darin, mich selbst zu malträtieren. Und ich bin aus eigener Kraft aus diesem Teufelskreis ausgebrochen. Yeah!

Dojo-Tage mit Dinkel

Geist und Seele reinigen. Dennoch verzichte ich neun Dojo-Tage lang auf Dinge wie Zucker, Kekse und andere Getreidesorten – halt mit Maß und Ziel, die mir entsprechen. Primär geht es mir nämlich um die Reinigung von Geist und Seele. Im Gegensatz zur Ernährung hab ich hier allerdings keinen Plan. Bzw. besteht dieser – wenn man ihn denn so nennen kann – darin, mir Zeit für mich zu nehmen, so richtig in mich hinein zu spüren und zu fühlen, was ich brauche. Das heißt: Ich nehm auch mal untertags ein Buch in die Hand, setz mich mit dem Strickzeug oder einfach so auf die Couch oder schlaf so lang, wie ich möchte. Wobei Letzteres nicht bedeutet, dass ich bis spät in den Vormittag im Bett liege. Aber schon eine Viertel Stunde länger bringt meine (morgendliche) Routine durcheinander – und das ist gut so 😉 Außerdem genieße ich meine Zeit auf der Yoga-Matte noch mehr und versuche, mich generell so richtig zurückzuziehen. An die frische Luft zieht es mich weniger – das Wetter ist mir zu grauslig. Tja, dann halt nicht, denn alles darf sein, was Körper, Geist und Seele von mir möchten!

Ach ja: Noch kurz zum „Entquellungssyndrom“… Mitunter kann es zu Beginn einer Fastenkur (verstärkt) zu Schmerzen kommen. Das hat mit einem erhöhten Harnsäureschub zu tun, wodurch es zur „venös-lymphatischen Entstauung“ bzw. eben Entschlackung kommt. Laut Naturheilpraktiker und Fastenspezialist René Gräber sind die am meisten (fehl-)belasteten Bereiche (Lenden- und Brustwirbelsäule oder Hüfte) auch am häufigsten betroffen. Die gute Nachricht: Muskelbedingte Schmerzen, die sich beim Fasten vorübergehend verstärken, seien größtenteils eine „Heilreaktion“ und insofern positiv zu bewerten. Eine Abklärung durch Arzt, Fastenbegleiter oder Physiotherapeuten kann in meinen Augen aber nicht schaden.
Das Wichtigste ist immer: Hör auf Deinen Körper – und zwar mit vollem Geist und ganzer Seele.

Dojo-Tage mit Gewürzen

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