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Tag des Klopapiers: 45 Blätter und mehr

25. August 2016

Wie viel Klopapier habt Ihr heute schon am stillen Örtchen hinuntergespült? Der Durchschnittsdeutsche braucht pro Tag anscheinend 57 Blatt. Dabei benötigt er laut dem deutschen Statistikinstitut Statista pro Toilettengang 8,6 Stück, was pro Jahr über 20.000 Blätter ergibt. Würde man die alle aneinanderreihen, hätte man ein über einen Kilometer langes Klopapier. Ich geh davon, dass wir Österreicher etwa gleichauf liegen, auch wenn ich gestern mal mitgezählt habe und „nur“ auf 45 Blätter gekommen bin 😉

Wie ich überhaupt auf dieses „delikate“ Thema komme? Ganz einfach: Weil am 26. August auf der ganzen Welt der Tag des Toilettenpapiers gefeiert wird. OK, dem einen oder anderen ist dabei wahrscheinlich nicht so richtig zum feiern zumute – sei es weil sich Montezuma in der Urlaubszeit an unserem unachtsamen Essverhalten in fremden Ländern rächt, sei es weil man an einer Magen-Darm-Infektion oder sogar unter einer chronischen Darmerkrankung wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa leidet. Abgesehen davon aber sind die täglichen Gänge zur Toilette und damit natürlich auch der Griff zum Klopapier ganz normal. Vielmehr ist ein gesunder Darm der Schlüssel zur Gesundheit, wie Ihr etwa in meinem Beitrag „So groß wie 4 Torräume“ nachlesen könnt. Und die wichtigste Voraussetzung für einen gesunden Darm ist eine gute Verdauung. Tja und deren, wenn man so will, krönender Abschluss findet nun mal dort statt, wo sogar der Kaiser zu Fuß hingeht.
Trotzdem sprechen nur die wenigsten von uns offen darüber. Es sei denn, es handelt sich um anonyme Befragungen…
Gesunde-Erbsen-Klopapier-gefaltet
67 Prozent der Österreicher gaben 2014 bei einer Umfrage zur Nutzung von Klopapier an, dieses zu falten. 7 Prozent knüllen es zusammen, 4 Prozent stückeln es, 2 Prozent wickeln es sogar um die Hand (!?). 16 Prozent gaben an, „dass es auf die Situation drauf ankommt“ – was immer damit gemeint ist – und 3 Prozent achten anscheinend nicht darauf. Ich gehöre zur „Falt-Fraktion“. Ihr?
Und Statista hat noch weitere tolle Zahlen rund ums Klopapier – beispielsweise zu was man es noch verwenden kann: 61 Prozent putzen sich damit die Nase (mach ich auch öfters), 17 Prozent wischen kleine Flecken weg, 8 Prozent entfernen ihr Make-Up mit Klopapier, 7 Prozent machen den Spiegel sauber und 3 Prozent säubern damit das Gesicht oder die Hände ihrer Kinder.

Bevor Klopapier für die Allgemeinheit produziert wurde, war es weltweit übrigens Usus, sich mit der „bösen“, linken Hand, den Hintern abzuwischen. Daher geben wir uns auch bei der Begrüßung die rechte Hand. Die Chinesen waren die ersten, bei denen bereits im 14. Jahrhundert die Oberschicht Toilettenpapier benutzte. Andernorts fing man etwa ab 1700 an, Zeitungen zum abwischen zu verwenden – nachdem diese gelesen wurden (möglicherweise sogar auf dem Klo). Bis das erste speziell für den Toilettengang gedachte Papier hergestellt wurde, sollte es noch weitere 150 Jahre dauern, denn erst 1857 produzierten die US-Amerikaner einzelne Blätter, die in einer Schachtel verpackt und mit Aloe-Extrakten getränkt wurden. Perforiertes Klopapier auf der Rolle gab es erstmals Ende des 19. Jahrhunderts von der Scott Paper Company, wie auf der Website von Hakle zu lesen ist – einer der wohl bekanntesten Hersteller, der ebenfalls zu den „Klopapier-Pionieren“ zählt: Hans Klenk war es nämlich, der Anfang der 1920er Jahre die erste Rolle mit garantierter Blattzahl auf den Markt brachte.
Auf der Hakle-Website hab ich außerdem einen Bericht über den neusten „Entspannungs-Trend“ gefunden: Toilet Yoga. Na, ich weiß nicht so recht… Ich bleib lieber auf der Matte und entspann mich am stillen Örtchen, wenn überhaupt nötig, mit Klopapier-Origami
Ach ja und danach Hände waschen nicht vergessen 😉
Gesunde-Erbsen-Klo

3 Kommentare

  • Antworten Kilian 26. August 2016 at 13:02

    Ist schon verrückt!

  • Antworten Biene aka BabyMufflon 11. November 2016 at 15:59

    Tag des Klopapiers – was es nicht alles gibt! Ein spannender Artikel – das ist mal so ein ganz anderes Thema…
    57 Blatt kommen mir extrem viel vor. Ich komme überschlagen auf etwa 30. Gehöre übrigens zur Faltfraktion 😉
    Viele Grüße
    Biene

    • Antworten iane 11. November 2016 at 17:19

      Stimmt, liebe Biene! Wobei ich es immer wieder nett finde, WAS es nicht alles gibt 😉
      Abgesehen davon muss ich sagen: Man sollte sich sowieso viel öfter „trauen“, sich übers Stille Örtchen und was da so alles passiert zu unterhalten – im Grunde ist es ja das Normalste auf der Welt.
      Ach ja und „Hut ab“ vor Deinem umwelt-vorbildlichen Klopapier-Verbrauch 😀
      In diesem Sinne: Happy Weekend!

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