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Mein erstes Mal: Wenn Frauen mit Frauen …

6. Oktober 2017
Frauen mit Frauen

Heute vor einer Woche hatte ich mein erstes Mal. Und ich geb zu: Ich war schon etwas aufgeregt, als ich da alleine im Auto nach Hohenems gefahren bin. Ich wusste ja nicht, was mich erwarten würde: Ein Raum voller Frauen, die ich noch nie zuvor gesehen habe und mit denen ich (trotzdem) einen ganzen Abend verbringen würde. Selbständige Frauen oder solche, die mit dem Schritt in die Selbständigkeit liebäugeln. Frauen, die sich auf Einladung von The Female Crowd und Fotograf Christian Holzknecht – übrigens bis zum Schluss der einzige Hahn im Frauenkorb – miteinander vernetzen wollen.

Bisher hab ich solche „Frauen-Veranstaltungen“ vermieden. Nicht weil ich mit Frauen nicht kann. Wenn ich recht überlege, arbeite ich sogar seit jeher gut und gern mit Frauen zusammen. Ob das daran liegt, dass einem in der PR- und Kommunikationsbranche eher weniger Männer über den Weg laufen, sei einmal dahingestellt. Abgesehen davon hab ich irrsinnig gute Freundinnen, auf die ich zählen und denen ich mein Herz ausschütten kann. Und umgekehrt ist das genauso. Ich bin gern für sie da, treffe mich gerne mit ihnen, um beispielsweise einen Abend lang über dies und das zu quatschen. Oder um einander Rat zu geben, um sich auszutauschen und einfach mal „so zu sein, wie man ist“. Es sind nicht viele, aber umso wertvoller sind diese Freundschaften und umso dankbarer bin ich dafür, diese Frauen in meinem Leben zu wissen.
Sobald es allerdings mehrere werden, bin ich zurückhaltend. Da schrillen bei mir irgendwie kreischende Alarmglocken. Da nehme ich lieber von vornherein Reißaus, denn ich hab Angst vor Zickenterror und zu viel Bla-bla-bla. Und ja, mir ist bewusst, dass das Vorurteile sind.

Frauen Bla-Bla

Der Abend vor einer Woche stand unter dem Motto „weiblich wirtschaften“. Irgendwie war mir zwar nicht wirklich klar, was Pam Falkensteiner und Andrea Gneist – die zwei Frauen hinter The Female Crowd – damit meinen. Immerhin aber hatte ich das Gefühl, dass ich dort weder Zicken noch Emanzen noch solche, die das eine oder das andere werden wollen, antreffen werde. Ich hab also mal meine Vermeidungs-Taktik hintangestellt und bin froh darüber. Denn es war ein super-netter Abend, ganz ohne frauenrechtlerische Kampfattitüden, jedoch mit wunderbaren Menschen, die sich auf den Weg gemacht haben.
Und was hat es nun mit dem „weiblich wirtschaften“ auf sich? Pam Falkensteiner hat von ihrer Zeit in Argentinien erzählt und davon, dass sie dort erleben durfte, wie wichtig der Zusammenhalt unter Frauen ist und wie sehr dieser uns Frauen stärken und ermächtigen kann. Man könnte meinen, dass wir das hierzulande ja nicht nötig haben. Doch wenn wir ehrlich sind, wissen wir, dass bei uns leider immer noch recht viel Konkurrenz unter dem weiblichen Geschlecht herrscht. Neid ist weiblich – und nein, das ist kein Vorurteil, denn ich für meinen Teil weiß, dass es so ist. Zum Glück aber weiß ich auch, dass wir gerade in dieser Hinsicht eine Zeit des Umbruchs erleben.

Ja, mein erstes Mal war richtig gut. Und ich freu mich schon jetzt auf alles, was (daraus) entstehen wird – ich sag nur: #allaboutsomuchmoreerbsentocome … Trotzdem bezweifle ich, dass ich in Zukunft auf jeder Veranstaltung tanzen werde, bei der Frauen networken. Denn ganz tief in mir drin halte ich nach wie vor nichts davon, wenn sich die Geschlechter trennen und sich dank Grüppchenbildung stark fühlen. In meinen Augen können auch Männer weiblich wirtschaften und Frauen so tough wie Männer sein. Die Frage ist nur: Wollen wir das überhaupt? Für mich jedenfalls zählt der Mensch – so wie er ist – und nicht das Geschlecht.

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