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Willst Du mit mir spielen?

26. Mai 2017
Willst Du mit mir spielen

Wann hast du das letzte Mal gespielt? Ich gestern – und zwar den ganzen Nachmittag im Garten meiner lieben Freundin Alexa Mayer. Wir haben mit der Sonne um die Wette gestrahlt und dabei auf der gedanklichen Spielwiese die Grenzen unserer Kreativität ausgelotet. Wir sind darüber hinaus geschossen, haben vor neuen Ideen nur so gesprüht und große Pläne geschmiedet. Wir haben gelacht und gejubelt, uns wie kleine Mädchen aufgeführt und uns so was von nicht dafür geschämt. Warum auch? Spielen ist doch einfach nur toll!

Seit einiger Zeit gehört das Spielen wieder so richtig zu meinem Leben. Am vergangenen Wochenende zum Beispiel habe ich mit Greg Bryers, Gabi Liesenfeld und anderen wunderbaren Menschen erst Being you und dann die Alchemie des Körpers gespielt. Eine Woche zuvor hatte ich beim Trinergy-Testival nicht nur zwei Tage spielerisch Spaß, sondern durfte sogar meine eigene Geburtstagsparty gedanklich durchspielen. Und mit dem Erbsenprinz zu spielen, macht sowieso Spaß 😉
Dabei sind es auch die kleinen Spielereien, die meine Welt verändern. Je öfter ich spiele, umso besser. Am besten täglich. Bestärkt werde ich dabei vom Neurobiologen Dr. Gerald Hüther. „Rettet das Spiel“ lautet der Titel seines aktuellen Buches, das er zusammen mit Christoph Quarch geschrieben hat.

Im Vorwort – pardon – Vorspiel heißt es sinngemäß: „Das Spiel ermöglicht den Tieren und erst recht uns Menschen das Ausprobieren all dessen, was dem betreffenden Tier- oder Menschenkind möglich ist.“ Beim Spielen eröffnen wir uns also einen Raum an Möglichkeiten. Ein Raum, der uns seit jeher zur Verfügung steht, den wir aber leider nicht (mehr) nutzen. Wir müssen ja arbeiten, den Haushalt schmeißen und Pflichten erfüllen. Klingt für mich erstens nicht lustig und zweitens wie ein Widerspruch in sich. Ich meine: Könnten wir unsere Aufgaben nicht besser nachkommen, wenn wir aus einer „voll gefüllten Möglichkeits-Gewürzschublade“ die besten Aromen auswählen dürften? Welch’ herrliche Zutaten für unser Leben lassen wir einfach so links liegen?! Wir sind schon komisch, wir großen Menschen. Die kleinen Menschen hingegen spielen was das Zeug hält, loten alles Mögliche aus und wachsen daran. Doch irgendwann heißt es halt: Schluss mit lustig, Spielen ist was für kleine Kinder und das Leben ist sowieso kein Ponyhof.

Spiel mit mir
Stellt sich mir halt die Frage: Müssen wir den „Ernst des Lebens“ tatsächlich ernst nehmen? Klar muss man seiner Arbeit nachgehen und mal „unangenehmere“ Dinge erledigen. Trotzdem könnten wir doch darüber lachen, dass sich unser Gesicht zusammenzieht, wenn wir in den sauren Apfel beißen. Der Großteil unserer Umwelt funktioniert halt leider anders – oder vielmehr funktioniert er eben nur mehr. In einer Welt, die sich nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten richtet, habe das Spielen keinen Platz, so Hüther: „Ökonomisch betrachtet, mag das stimmen. Aber der Mensch ist nicht nur ein Homo oeconomicus.“

Spielen ist Potenzialentfaltung. „Ohne die Möglichkeit des spielerischen Ausprobierens gäbe es gar keine Kreativität“, schreibt der in meinen Augen kongeniale Neurobiologe. Wenn wir nämlich spielen, sind die neuronalen Netzwerke im frontalen Cortex vollkommen offen und können dadurch neue Verbindungen knüpfen. Fokussieren wir uns indes nur auf ein einziges Thema – etwa beim Lernen oder bei der Arbeit –, kann unser Hirn der Kreativität gar keinen freien Lauf lassen.

Wäre es nicht spaßiger, in einer kreativen, bunten Gesellschaft zu leben, in der wir spielerisch Dinge ausprobieren, statt das Ziel möglichst geradlinig zu erreichen? Wäre es nicht lustiger, mal vom Weg abzukommen und dabei neue Dinge zu entdecken, um schlussendlich mit neuen Visionen und Ideen weiterzugehen? Warum wollen wir nicht wieder spielerisch miteinander umgehen? Warum wollen wir nicht mit Freude und Leichtigkeit durchs Leben spazieren – ein bisschen wie Pippi Langstrumpf, die sich ihre Welt so macht, wie sie ihr gefällt. „Das Leben ist kein Spiel“, schreibt Hüther, „aber wenn wir nicht mehr spielen können, dann können wir auch nicht mehr leben.“

Ich geh jetzt auf die Spielwiese 🙂 

Spielen und Spaß

2 Kommentare

  • Antworten Nadine 26. Mai 2017 at 19:45

    Wieder einmal ein sehr inspirierender Artikel! 🙂 ca. 60 km von meiner Heimatstadt entfernt, gibt es einen Indoor-Spielplatz. Dort ist jeden letzten Donnerstag im Monat ab 19.00 Uhr – 24.00 Uhr für Erwachsene geöffnet. Man kann sich dort so richtig austoben! Das haben wir schon ein paar Mal gemacht. Auch das Nintendozocken mit meinem Neffen fällt bei mir unter Spielzeit. Lg Nadine von Nannis Welt

    • Antworten iane 26. Mai 2017 at 19:49

      Wie genial ist das denn??? DANKE für diesen Beitrag, liebste Nadine! Ich glaub, wir sollten uns mal auf dieser Indoor-Spielwiese verabreden 😉
      Nintendo ist nicht meine Welt, aber gut möglich, dass sich da auch ein paar neuronale Verbindungen ergeben – egal wie: Hauptsache Spaß!
      Alles Liebe und schöne Spielzeit!

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