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Belastbarkeit: Warum ich bis an meine Grenzen gehe

12.04.2019
Belastbarkeit

Sie gilt mittlerweile als eine der grundlegenden Voraussetzungen, um einen Job zu bekommen. Klar muss man die nötigen Fachkenntnisse und Erfahrungen mitbringen. Doch Belastbarkeit ist heutzutage fast genauso wichtig, schließlich steigen Druck und Anforderungen ständig. Jeder weiß, dass es im Beruf stressige Situationen und Phasen gibt, dass nicht jeder Kunde einfach ist, nicht jedes Projekt nur schöne Seiten hat, dass wir manchmal länger arbeiten, als uns und unseren Familien lieb ist, und dass manchmal sogar das Wochenende dafür geopfert wird. Und das gilt nicht nur für Selbstständige, sondern immer öfter auch für Angestellte. Also hängt man sich mit dem Attribut der Belastbarkeit ein Soft Skill an den Revers, ohne zu wissen, was es eigentlich bedeutet.

Gar nicht so schwer. Für mich war der Begriff lange Zeit ein Unwort, da so viel Druck mitschwingt. Heute weiß ich, dass Belastbarkeit nicht nur damit zu tun hat, lange Überstunden zu machen, sich im Job wie ein Bulle zu beweisen, (als Frau) seinen Mann zu stehen oder alles perfekt zu machen. In meinen Augen geht es vielmehr darum, seine eigenen Grenzen zu kennen, zu wissen, wann es einem zu viel wird, und auch entsprechend reagieren zu können. Klar, mag das der Chef oder Kunde anders sehen. Aus deren Sicht scheint es, als wären jene besser, denen man viel zumuten kann, die zur Bestform auflaufen, wenn der Stress ruft. Fragt sich nur: Wie lange?! Ich denke: Schlussendlich muss jeder für sich entscheiden, wo seine Grenzen sind. Und vor allem wo und ob er diese überschreitet!
Wie ist das bei Dir? Wie reagierst Du in stressigen Momenten? Was erwarten sich dann Dein Körper, Dein Geist und Deine Seele? Weißt Du, wie Du Ausgleich findest, damit Du die Situation bewältigen kannst – und zwar auf Deine Art und Weise? 

Belastbar wie Snoopy

Bis hierher und nicht weiter. Im Hinblick auf die eigene Belastbarkeit darf – nein – muss man zugeben können, wenn es zu viel wird, wenn man einer Situation nicht gewachsen ist. In gewisser Weise sind das Rückschläge. Obwohl: Müssen wir sie wirklich so nennen? Und wenn ja: Müssen wir sie immer nur einstecken? Wäre es nicht besser, daraus zu lernen? Zu lernen, mit ihnen umzugehen? Auch das ist eine Form der Belastbarkeit. Denn wenn es mal nicht so läuft, wie Du es Dir erhofft und erwartet hast, darfst Du Dich entscheiden: Macht es Sinn, es noch einmal zu versuchen? Lautet die Antwort ja, dann steh auf, nutze die Kraft, die Du daraus unweigerlich entwickelst und leg (noch mal) los.
Genauso gut und legitim ist es zu akzeptieren, dass manche Dinge einfach nicht sein sollen. Dann halt nicht. So what? Das Leben geht weiter. Das bedeutet übrigens nicht, dass Du den Kopf in den Sand steckst und dem Stress und den Problemen aus dem Weg gehst. Oder dass Du nicht belastbar genug bist. Es zeigt schlichtweg, dass Du weißt, wo Deine Grenzen sind und dass Du vor allem ehrlich zu Dir selbst bist. Und dass Du diese Deine Grenzen nicht überschreitest, Deine Gesundheit nicht aufs Spiel setzt, sondern auf Dich, Deinen Körper, Deinen Geist und Deine Seele achtest. 

Gelassen zu mehr Belastbarkeit. Ich bin nach wie vor kein Freund von jener Belastbarkeit, mit der man sich im Bewerbungsgespräch oder bei der Kundenakquise Vorteile verschaffen möchte. Der Schuss geht oft nach hinten los. Sehr wohl aber bin ich davon überzeugt, dass man seine Belastbarkeit steigern kann. Und zwar indem man Dinge so nimmt, wie sie eben sind – oder wie der Erbsenprinz zu sagen pflegt: Nutzt ja nichts! Nimm den Druck raus, wenn es mal hart auf hart kommt. Und noch mal: Das bedeutet nicht, vorschnell aufzugeben. Wir sollten sehr wohl lernen durchzuhalten, ruhig auch mal an unsere Grenzen zu gehen und sie vielleicht sogar ein klitzekleines bisschen zu überschreiten. Vorausgesetzt wir wissen, wann es tatsächlich zu viel wird. 
Glaub an Dich, an das, was Du tust und kannst. Sei Dir bewusst, dass Du mehr kannst, als Du denkst. Wachse an den Herausforderungen, die Dir das Leben stellt. Und steh gleichzeitig dazu, dass Du nicht alles können und nicht alles aushalten musst. Klingt nach einem Widerspruch in sich – ist es aber nicht. Es geht vielmehr darum, eine für Dich gesunde Balance zwischen diesen beiden Extremen zu finden. Sei belastbar – bis zu DEINEN Grenzen.

Belastbarkeit hat meine Grenzen

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