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Cannabis: Ein High auf Hanf

05.10.2018
Cannabis

Nein, ich rauche nicht – weder normale Zigaretten noch Joints. Ich mag es nicht, „high“ zu sein; ich vertrag das einfach nicht (mehr). Und trotzdem find ich es ganz toll, dass immer mehr Menschen auf Cannabis setzen anstelle und/oder zusätzlich zu Medikamenten, die ihnen die Pharmabranche anbietet. Das eine schließt das andere nämlich nicht aus. Davon ist auch der Wiener Allgemeinmediziner Dr. Kurt Blaas überzeugt, in gewisser Weise der Doyen oder zumindest einer der Vorreiter in der heimischen Cannabismedizin. Mit ihm durfte ich vor wenigen Monaten plaudern, als ich für das Magazin Gesünder Leben einen Artikel zum Thema „Cannabis in der Medizin“ geschrieben habe. Irrsinnig interessant.

Zurück zur Natur. Die ursprünglich aus dem zentralasiatischen Raum stammende Hanfpflanze galt vor Jahrtausenden bereits als absolutes Allheilmittel. So empfahl es etwa der Ehrwürdige Shennong, der in der chinesischen Mythologie als Kulturheld gilt, vor rund 5.000 Jahren zur Behandlung von Gicht, Malaria, Rheuma, Verstopfungen und vielen anderen Unpässlichkeiten. Ebenso setzte der chinesische Arzt Hua-t’o um 220 n.Chr. auf Cannabis und empfahl beispielsweise eine Mischung aus Wein und Cannabis-Harz als Anästhetikum bei chirurgischen Eingriffen. Und bei den Germanen wurde Hanf ebenfalls eingesetzt.
Dabei muss man gar nicht so weit zurückgehen bzw. in die Ferne schweifen. Schließlich steigt auch hierzulande die Nachfrage nach Cannabis. Laut Dr. Blaas hängt das damit zusammen, dass „die Menschen natürliche sowie nebenwirkungsarme Medikamente wollen, die dennoch eine gute Wirkung haben. Und sie wollen einen engen Kontakt zu ihrem Arzt. Das alles ist in der Hanfmedizin möglich.“ 
Cannabis sollte also durchaus als Alternative bzw. Ergänzung zur Schuldmedizin betrachtet werden. Wobei man natürlich zwischen rezeptfreien Präparaten und der eigentlichen Cannabismedizin unterscheiden muss. Letztere darf ausschließlich von Ärzten verschrieben werden. CBD-Tropfen und -Salben, -Öle, Blüten und Harze, Tees, Nahrungsergänzungsmittel und andere CBD-Produkte sind hingegen ohne Rezept erhältlich – und zwar in den Hanfshops, die seit einiger Zeit vielerorts eröffnen. Einer davon ist HANFTOPIA in Bregenz.

Cannabisblüten

Zwei Brüder in HANFTOPIA. Was mir bei dem Laden besonders gut gefällt: Auf den ersten Blick mag man sich denken, „eh klar, junge Kerle und Hanfshop“. Schaut man sich die Sache aber genauer an, ist das eben nicht ganz so klar, denn Mike und Rick Mészáros (Anfang/Mitte 20) wollen mit gängigen Klischees aufräumen und dazu beitragen, Hanfprodukte wieder ins rechte Licht zu rücken: „In der allgemeinen Wahrnehmung wird Cannabis in erster Linie als Rauschmittel angesehen. Dabei ist Hanf ein altbewährtes, natürliches Heilmittel mit einer über 6.000-jährigen Tradition“, so die Brüder.
Ob man eine ärztliche Verschreibung benötigt oder nicht, hängt davon ab, ob man zu Cannabidiol (CBD) greift oder Tetrahydrocannabinol (THC) verschrieben bekommt. THC hat bei höherer Dosis eine psychoaktive Wirkung. Im Gegensatz dazu zeigt CBD, laut Dr. Blaas, sogar eine antipsychogene, ja sogar antipsychotische Wirkung und ist nur in höheren Dosen „stimmungsaktiv“. Daher ist CBD legal und kann somit von Hanfshops und anderen Anbietern vertrieben werden, während THC dem Suchtmittelgesetz und der Verschreibepflicht unterliegt. Übrigens können CBD-Produkte, wie sie etwa bei HANFTOPIA erhältlich sind, THC enthalten – allerdings nur bis zu 0,3 Prozent. Die Produkte sind also auch vollkommen legal.

Für mehr Hanf. Obwohl ich selbst auf TCM statt CBD setze 😉 , find ich es super, dass man mittlerweile in den nächsten Hanfshop gehen und/oder sich entsprechende medizinische Hilfe holen kann. Dass es nach wie vor wenige Cannabismediziner wie Dr. Blaas gibt, ist jedoch nicht so gut. Genauso betrachte ich das geplante Verbot von Hanfpflanzen und Samen in Österreich als nicht zielführend und hab daher die Petition dagegen unterschrieben. Hier kannst Du das auch tun. 
Ich bin jedenfalls gespannt, wie das weitergeht!

Hanftopia

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