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Ich glaube zu wissen…

13.04.2018
Ich glaube zu wissen

Ich sitze mal wieder im  Zug nach Wien, denn am Wochenende ist NLP-Master-Testival. Und nein, ich hab mich nicht verschrieben, denn bei Trinergy ist das Testing tatsächlich ein Festival. Klar geht es (auch) darum zu überprüfen, was wir bei den Ausbildungen gelernt haben. Der Spaß kommt dabei jedoch nie zu kurz. Im Unterschied zum Practioner-Testival letztes Jahr hab ich dieses Mal aber so gut wie nicht gelernt. Und ich geb zu: Das macht mich ein bisschen nervös, denn als Streber war lernen immer das Um und Auf. Und jetzt? Vertraue ich darauf, dass schon alles gut geht und eh jeder durchkommt? Nicht nur. Denn ich glaube außerdem an mich und an das, was ich während des Seminars und vor allem beim Umsetzen im täglichen Leben gelernt habe. Ich glaube an das, was ich kann und was ich weiß. Kurz: Ich glaube zu wissen.

Vom Wissen und Glauben. Ich red mir hier nichts schön. Vielmehr ist es so, dass sich meine Einstellung zum Lernen verändert hat. Es ist mir nach wie vor wichtig bzw. wichtiger denn je, mich weiterzubilden und meinen Horizont zu erweitern. Doch ich lerne nicht (mehr) des Lernens Willen, sondern um mir Wissen anzueignen, das mich persönlich weiterbringt, mit dem ich arbeiten kann und mit dem ich anderen Menschen ein Beitrag sein kann. Natürlich fliegt einem das nicht einfach so aus heiterem Himmel zu, sondern muss erlernt werden. Schlussendlich aber geht es nicht darum, dass man alles bis ins kleinste Detail einstudiert hat, sondern dass man sein Wissen anwenden kann. Darum geht’s auch beim Testival – glaube ich zu wissen 😉
Apropos: Definitionsgemäß beruht Wissen auf überprüfbaren Tatsachen, die wir erlernen können. Ob wir das dann auch glauben, ist eine andere Geschichte. Denn woran man glaubt, muss sich erst einmal gut anfühlen und einen Sinn ergeben, muss wichtig und wertvoll sein. Glauben ist also sehr subjektiv und im Gegensatz zum Wissen nicht zwingend nachweisbar.
Klingt theoretisch? Mag sein. Und macht (trotzdem) Sinn – für mich jedenfalls. Und so schließt sich mein Kreis, in dem ich glaube zu wissen…

Glaube Wissen Lernen

Wissen (er)lernen. Um aber noch mal aufs Lernen zurückzukommen: Früher zählten für mich in erster Linie gute Noten, hieß es doch von klein auf: „Nur wer fleißig ist und lernt, wird was.“ Jahrelang stand für mich also fest, dass es ohne Fleiß keinen Preis gibt. Per se ist daran gar nichts falsch – schließlich hat mich dieser Glaubenssatz viele Ziele verfolgen und erreichen lassen. Immer brav lernen und am besten die Beste sein – das war mir wichtig. Obwohl: War das wirklich so? Ich meine: Hab ich es für mich getan oder für meine Eltern oder das Bild nach außen? Hab ich tatsächlich meine Ziele verfolgt oder mir Werte überstülpen lassen? 
Wahrscheinlich stimmt alles ein bisschen. Schließlich werden wir schon als Babys von unseren Eltern geprägt und übernehmen somit die Werte, Vorstellungen und Glaubenssätze unseres unmittelbaren Umfelds. Das hört auch nicht auf, sondern geht das ganze Leben weiter. So wie wir uns ständig verändern, verändert sich unser Glaubenssystem fortlaufend. Und irgendwann passt vielleicht der eine oder andere Wert nicht mehr. Irgendwann verschiebt sich die Wertehierarchie und man bildet sich sein eigenes, wertvolles Bild von der Welt. Irgendwann fängt man an, über alte Glaubenssätze nachzudenken, und merkt, dass sie einen womöglich sogar eingeschränkt haben. Und irgendwann geht das ganze Spiel von vorne los.

Und das alles ist gut so, denn nur so können wir lernen – nicht für die Schule oder fürs Testival, sondern für und vor allem vom Leben. Und um mein „altes Streber-Ich“ doch noch ein bisschen zu beruhigen, werf ich jetzt einen Blick in die Mappe. Obwohl die Landschaft auch schön ist, die da so an mir vorbeizieht… OK, vielleicht stell ich mir einfach vor, wie ich das Testival bestens gemeistert habe und nehm all die Emotionen, Gefühle und Empfindungen mit. Für was hab ich Timeline-Arbeit gelernt. Tja, ich sag’s ja: Ich glaube zu wissen…

Glaube zu wissen

…und DANKE Wolfgang Hirt für die wunderbaren Bilder von mir – lovin’ it!

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