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Niksen: Ich bin dann mal weg…

20.12.2019
Niksen

Seitdem Nichts-tun Niksen heißt, liegt es (wieder mal) voll im Trend. Anscheinend sind die Niederländer besonders gut darin, sich durch Inaktivität zu erholen. Ob sie den süßen Müßiggang tatsächlich salonfähig gemacht haben oder ob es schlichtweg an dem locker-flockigen Ausdruck liegt – zumindest in unseren Ohren –, bleibt dahingestellt. Ist aber eigentlich auch egal…

Erfahrung macht den Meister. Mir liegt nämlich nichts ferner, als das Nichts-tun schlecht zu reden. Im Gegenteil! Ich hab ja selbst schon darüber geschrieben – ziemlich oft sogar: ob vor einem Jahr, als es um den „Mut zur Ruhe“ ging. Oder anlässlich des „Happy Lazy Day“, den die US-Amis im August feiern. Oder als ich einfach mal über „Nichts“ geschrieben habe – um nur ein paar Beispiele zu nennen. War ich meiner Zeit voraus oder bin ich gar ein Trendsetter? Oder steckt der Hang zum Niksen halt doch in jedem von uns? Ist es schlichtweg ein Grundbedürfnis, das wir in unserem ach-so-hektischen Leben verlernt haben, zu stillen? Oder ist es eventuell so, dass man eine „gewisse Reife“, ein „gewisses Alter“ erreichen und bestimmte Lebenserfahrungen machen muss, um bei sich anzukommen und die Ruhe, die in jedem von uns ist, zu finden?

Obwohl ich mich nicht als alt oder „reif“ bezeichnen möchte, war bei mir definitiv Letzteres der Fall. Und dabei haben einerseits meine tägliche Yogapraxis und die dahintersteckende Lebensphilosophie wesentlich dazu beigetragen. Andererseits waren es aber eben auch manche Erfahrungen, die ich machen durfte – sei es der Drehschwindel, der mir gezeigt hat, dass ich viel zu oft viel zu schnell unterwegs war. Sei es der letzte Weg, den ich mit meiner Mama gehen durfte oder mein Weg aus der Magersucht. Oder sei es schlichtweg mein Erbsenprinz, der mich seit über 20 Jahren durch unser Leben begleitet, und der wahrlich gut ist im Nichts-tun.

Nichts to-do. Heute jedenfalls nervt es mich regelrecht, wenn ich zu viel um die Ohren habe. Vor allem weil ich es „zwischen den Ohren“ habe. To-Do-Listen helfen da zwar. Nur blöd, wenn ich auf der Yogamatte stehe oder nachts im Bett liege, und mir fällt ein To-do ein, das noch gar nicht auf der Liste steht. In solchen Phasen bin ich abends einfach nur müde. Nach einem Tag voller Termine, Telefonate und Computer habe ich dann keine Lust – und meine Augen keine Energie – mehr, beispielsweise beim Lesen in mein ganz persönliches Kopfkino einzutauchen. 

Niksen in Namibia

Glücklicherweise kommt das nicht mehr allzu oft vor. In den letzten Wochen aber war es mal wieder soweit: Arbeiten von früh morgens bis spät abends. Manchmal mussten sogar die Wochenenden herhalten. Nicht nur das Niksen kam viel zu kurz, sondern auch die Zeit mit dem Erbsenprinz. Allerdings wusste ich erstens von Anfang an, dass es so kommen wird, zweitens war mir klar, warum es so sein wird und drittens ist jetzt Land in Sicht – und zwar wortwörtlich. Heute in einer Woche werden wir nämlich in Windhoek aus dem Flugzeug steigen und mit dem Allrad drei Wochen lang durch Namibia reisen. Dass so ein Flug nicht nachhaltig ist, ist mir klar. Doch es gibt Möglichkeiten, den CO2-Ausstoß durch eine Spende zu kompensieren (z.B. atmosfair, climateaustria, BOKU CO2 Kompensationssystem). Für uns persönlich ist Reisen jedoch definitiv nachhaltig, weil es uns neue Eindrücke beschert, eine neue Sicht der Dinge. Und ja, weil es uns auch wachsen lässt.

Wie viel wir bei so einem Urlaub Niksen werden, wird sich zeigen. Aber in drei Wochen können wir sowieso nie das ganze Land sehen und daher macht es gar keinen Sinn, dass wir uns stressen, so viele Orte wie möglich abzufahren. Lieber mal einen Tag oder zwei Tiere schauen oder einen Nachmittag lang in der Wüste sitzen oder einfach nur ein paar Stunden lesen.

Es ist also Zeit für eine Auszeit – soll heißen: Ich bin dann mal weg und wir lesen uns im Februar wieder.

Ich wünsch Dir frohe, möglichst ruhige Feiertage und einen tollen Start in das neue Jahr. Auf dass es das Beste Deines Lebens wird, voller Herzenswärme und erfüllter Herzenswünsche, Gesundheit, Gelassen und Zufriedenheit, Glück und Liebe.

Ich nikse

2 Kommentare

  • Antworten Gabi 20.12.2019 at 14:39

    Freu Dich – Tiere schauen diese Luft zu atmen es ist einfach ein Traum! Schöne Zeit wünsche ich Dir! Gabi

    • Antworten iane 20.12.2019 at 14:44

      …in dem Fall warst Du schon mal in Namibia?!
      DANKE jedenfalls – wir sind voller Vorfreude. Auch Dir eine gute Zeit und nur das Beste für das neue Jahr. Iane

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