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Selbstwert: Ich lieb mich. Ich lieb mich nicht. Ich lieb mich!

13.07.2018
Selbstwert: Ich liebe mich

Ich wurde letzthin auf Facebook für eine Challenge nominiert, bei der man ein Bild von sich posten soll. Meine erste Reaktion war: „NEIN, ich mag so was nicht.“ Als ich aber gesehen habe, dass es von einer lieben Kindheitsnachbarin kam, hab ich mir gedacht: „OK, ich schau’s mir dann mal an…“ Und als ich das gemacht habe, war mir klar: Ich nehme die Challenge an und zwar indem ich hier darüber schreibe. Denn es geht um den Selbstwert – und speziell darum, dass wir Frauen uns da besonders schwer tun. 

Keine Konkurrenz. Während aber der Selbstwert für uns schon eine Challenge ist, sind wir im Bewerten an sich gar nicht schlecht. Im Gegenteil: Uns Frauen fällt das Kritisieren eher leicht – sowohl andere als auch uns selbst. Im Hinblick auf Ersteres hab ich allerdings das Gefühl, dass gerade eine Zeit des Umbruchs stattfindet: Immer mehr Frauen entdecken, dass es keinen Sinn macht, sich gegenseitig niederzudeckeln. Dass es gemeinsam besser und leichter geht, dass wir zusammen stärker sind und dass wir uns gegenseitig aufbauen, uns Gutes tun und unterstützen können. 
Warum ich davon überzeugt bin? Weil ich es einerseits in meinem Umfeld sehe und andererseits an mir selbst bemerke: Weg vom Konkurrenzgedanken, mit dem wir uns doch nur selbst ein Bein stellen. Hin zu gemeinsam stark sein. Ich meine, ist nicht jeder Mensch so einzigartig, dass wir gar keine Konkurrenten sein können? Wie viel mehr können wir zusammen (er)schaffen, als wenn wir allein auf weiter Flur kämpfen – noch dazu mit negativen, bewertenden Gedanken, die ständig im Hinterkopf herumgeistern?

Schöne Prinzessin

So weit, schon mal so gut. Das Ding mit der Selbstliebe fällt vielen von uns aber noch immer irrsinnig schwer. Einmal mehr sind wir Frauen wahre Meisterinnen darin, uns selbst zu kritisieren. Und wenn ich ehrlich sein soll, finde ich diese Art von Kritik noch viel schlimmer, als wenn sie von außen kommt bzw. wenn wir andere kritisieren. Warum? Weil wir mit uns selbst 24 Stunden zusammen sind und je nachdem, wie sehr wir uns schlecht machen und unseren Selbstwert in den Keller verbannen, umso elender fühlen wir uns, umso weniger lieben wir uns, umso unglücklicher und frustrierter werden wir. Und dass wir das dann auch nach außen ausstrahlen und an andere weitergeben, ist eigentlich logisch.
Was aber, wenn wir das Ganze umdrehen?! Wenn wir uns nämlich selbst lieben und loben so oft es nur geht, kann so viel Schönes dabei rauskommen, dass mir schon beim Gedanke daran, das Lächeln auf dem Gesicht haften bleibt. Und ich weiß, wovon ich spreche – obwohl es gedauert hat, bis ich selbst meinen Wert entdeckt und angefangen habe, mich selbst zu lieben. Doch wer erst mal damit anfängt, hört nicht mehr damit auf. Ja, ich habe mich selbst jahrelang versteckt – am meisten vor mir selbst! Habe mich mit anderen verglichen und mir eingeredet, dass andere schöner, besser, wichtiger, erfolgreicher… und sonst was sind. Heute weiß ich, dass all die Vergleiche nicht Stand halten – weil wir alle so einzigartig sind. Wir können uns mit nichts und niemanden vergleichen – eventuell noch mit uns selbst. Wobei: Auch das ist absoluter Schwachsinn, weil wir gestern, vor einem oder fünf Jahren jemand anders waren als wir heute sind! Und das wird morgen genauso sein.

Selbstliebe trainieren. Sich selbst zu lieben, braucht ein wenig Übung. Anfangen kannst Du zum Beispiel so: Berühre jeden Körperteil ganz sanft mit den Händen, mach an jeder Stellen einen „Eineinviertelkreis“ und sag diesem Teil des Körpers ganz bewusst danke. Solch sanften Berührungen beruhigen und entspannen, lindern Ängste, Beschwerden und Schmerzen, erzeugen ein Wohlgefühl und geben Selbstsicherheit – Selbstwert eben. Die Methode stammt von Linda Tellington-Jones – eine der inspirierenden Interviewpartner von Catharina Roland in ihrem neuen, wunderbaren Film „Awake2Paradise – ein Reiseführer ins Leben“ (der Nachfolger von „Awake“, über den ich auch schon mal schreiben durfte).
Wenn wir also erst einmal angefangen haben, uns selbst zu lieben, strahlen wir das nach außen und können so andere für ihr Sein lieben und die Schönheit in allen anderen sehen. In diesem Sinne, liebe Claudia: #challengeaccepted. DANKE Dir, Du schönes Wesen!

Selbstliebe

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